Vorgängerin Susanne Odenweller leitet in Wehrheim Generationswechsel ein

CDU-Wehrheim wählt neuen Vorstand

Wehrheim (sai). Die CDU Wehrheim setzte am Freitagabend in einer fast dreieinhalbstündigen Jahreshauptversammlung ein deutliches Zeichen in Richtung Erneuerung und Verjüngung. Der minutenlange Applaus der Versammlung war mehr als ein Akt der Höflichkeit, als sich Susanne Odenweller nach 28 Jahren Vorstandsarbeit (davon 18 Jahre als Vorsitzende) aus der Parteispitze verabschiedete, um Platz für die jüngere Generation zu machen, wie sie ausdrücklich betonte. Und zwar in Person von Jan Krebs, dem bisherigen Ortsvorsitzender der Jungen Union. Bislang der Jüngste Damit ist Krebs mit seinen 25 Jahren der jüngste Parteivorsitzende in der Geschichte Wehrheims. Er wurde von den 34 anwesenden stimmberechtigten Mitgliedern mit einer deutlichen Mehrheit von 26 Stimmen (sieben Nein-Stimmen, eine Enthaltung) in das Amt gewählt. Weder Kandidatur noch Zustimmung waren eine große Überraschung, denn Odenweller hatte im Vorfeld für eine geregelte Nachfolge gesorgt. Trotzdem war ihm die Aufregung schon etwas anzumerken, als sich Krebs in seiner Bewerbungsrede den Parteimitgliedern vorstellte. Kein Wunder, tritt er doch in sehr große Fußstapfen. Odenweller war nicht nur das »Gesicht« der Ortspartei, sie hatte diese auch maßgeblich geprägt. Das wurde auch bei den diversen Redebeiträgen deutlich. Sebastian Sommer, Landesvorsitzender der Jungen Union, Gemeindevertreter der CDU Fraktion und Ortsvorsteher von Pfaffenwiesbach, bekannte, quasi ein Leben lang nur Odenweller als Parteivorsitzende zu kennen, sie sei sogar länger an der Spitze als Kanzlerin Merkel. Aber nicht nur die schiere Dauer ihres Parteivorsitzes sei das Besondere, sondern ihr unermüdlicher Einsatz für die Partei, für die Gemeinde Wehrheim und damit auch für die Menschen im Ort, waren sich alle Redner einig. »Ein Einschnitt« Es zeuge von Größe, dass sie nicht am Vorsitz »klebe«, sondern aktiv Platz für Neue und Jüngere mache. Bürgermeister Gregor Sommer sieht nach eigenen Worten einen »Einschnitt in der Vorstandsarbeit«, sagte Krebs aber die volle Unterstützung zu: »Du wirst dich auf mich verlassen können«. Odenweller hielt ihre Abschiedsrede dagegen eher kurz und erläuterte ihren Schritt: »Ich höre nicht auf, etwa weil ich die Nase voll hätte, sondern weil es Zeit ist, rechtzeitig jüngere Nachfolger aufzubauen«. Wie sonst solle sich eine Partei verjüngen und mit neuen, frischen Ideen sich weiterentwickeln, wenn die Alten ewig die Posten besetzten, so die rhetorische Frage in die Runde. Susanne Odenweller bleibt dem Ortsvorstand aber trotzdem erhalten: Sie wird als Mitgliederbeauftragte weitermachen. Außerdem wurde sie kürzlich zur Vorsitzenden der Senioren Union gewählt. Ein kompletter Rückzug aus der Politik ist damit nicht gegeben, was von der Versammlung begrüßt wurde. Für den Nachfolger werde die Arbeit in der aktuellen Konstellation im Gemeindeparlament sicher schwieriger, auch weil Entscheidungen unkalkulierbar werden, so CDU Fraktionschef Oliver Matyschik. Trotzdem sieht sich die CDU in Wehrheim sowohl inhaltlich, als auch personell gut aufgestellt. Mit jeweils großer Mehrheit nahmen die Mitglieder die Kandidatenvorschläge des bisherigen Vorstands an.
Der Partei-Vorstand
Vorsitzender: Jan Krebs
Stellvertreter: Nicole Herbach, Dr. Teja Müller, Ralph Isemann
Schriftführung: Björn Werminghaus
Kasse: Michael Lurz
Mitgliederbeauftragte: Susanne Odenweller
Beisitzer: Marco Aderhold, Ernst Baum, Ursula Gräfe, Sandra Keller, Christian Lang, Britta Rosner, Kai-Uwe Ruhse

Presseartikel des Usinger Anzeigers vom 22.11.21

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