WEHRHEIM - 50 Mitarbeiter und neuer Anbau: Ohropax kommt gut durch Corona

Kontakt halten, Austausch und ein nicht verstöpseltes, sondern offenes Ohr für die Nöte der Wehrheimer Unternehmen: Das sind die Motive, welche die CDU bewegen, sich an Ort und Stelle ein Bild zu machen. Diesmal war es die Traditionsfirma Ohropax, die eine stattliche Besuchergruppe um die Vorsitzende Susanne Odenweller nach Feierabend empfing und durch die Geschäfts- und Produktionsräume führte. Zunächst zu den Nöten: Bei der Firma läuft's, Absatzeinschränken habe Corona schon mit sich gebracht, aber das hat den Ohrstöpsel-Produzenten nicht erschüttert.

Eigene Entwicklungen

Probleme gibt es allenfalls im Außenbereich, denn im Gewerbegebiet Nord werden viele Firmen von großen Lastwagen angefahren, und die kommen oft nicht oder nur schwer um die Ecken, denn geparkte Autos stehen oft im Weg. Dabei gibt es schon reichlich Parkverbote, worauf Bürgermeister Gregor Sommer (CDU) hinwies, der mit von der Partie war.

Angefahren wird auch Ohropax. "Das erleichtert den Betrieb doch sehr", sagte Michael Negwer, der mit Wolfgang Flohr, beide Geschäftsführer, die Gruppe führte, an der neuen Laderampe. Der Anbau war ein Schwerpunkt der Führung. 600 Quadratmeter Fläche nimmt die neue Halle ein und erweitert die Lagerfläche erheblich. Während in der Halle Fässer mit Rohstoffen, beladene Paletten und verpackte Ware lagern, herrschte im Obergeschoss der Produktion noch Betrieb: Eine vollautomatische Prüf- und Verpackungsmaschine erregte das Interesse der Besucher, denn es ist schon faszinierend, den Roboterarmen zuzuschauen, wie sie in unglaublich schnellem Tempo die Ohrstöpsel auf ihre einwandfreie Qualität überprüfen und in die handlichen Boxen verpacken.

Wie Hühner Körner picken, greifen die Arme mit ihren Saugnäpfen die kleinen Schaumstoffkegel von einem Förderband und legen sie punktgenau in die Kuhle der Box. Nebenbei werden sie noch etikettiert und codiert. Die Maschine wurde von der Firma selbst entwickelt. In einer weiteren Produktionshalle nebenan ist noch mehr Handarbeit im Spiel.

Michael Negwer ist Enkel des Firmengründers und ging auch auf die Geschichte des Unternehmens und seinen Werdegang ein, das 1907 von Maximilian Negwer gegründet wurde. 1908 wurde die erste Dose mit den Wachsstöpseln verkauft, und 1911 wurde Ohropax als Marke eingetragen.

Firmenname ist heute ein Oberbegriff

Die Lizenzen seien längst abgelaufen, und heute seien viele weitere Hersteller auf diesem Feld, so im Berufsschutz, tätig. Dennoch, wie einige der Besucher bestätigten, sei Ohropax ein Begriff, den jeder kenne und der generell für Ohrenstöpsel benutzt werde.

Zu den ersten Stöpseln aus Wachs sind bei Ohropax noch solche aus Schaumstoff und Silikon hinzugekommen, die je nach Einsatzort, etwa lautstarke Konzerte, als Heimwerkerbedarf oder für ungestörten Schlaf, in entsprechenden Ausführungen produziert werden. Die Wachsstöpsel werden noch im Unternehmen selbst hergestellt, während die Schaumstoffstöpsel bezogen und in Wehrheim weiterverarbeitet werden. Die Firma beschäftigt derzeit rund 50 Mitarbeiter - auch das ein Aspekt, den die Besucher aus der Politik zu schätzen wissen. fms

Ohropax-Geschäftsführer Michael Negwer (vorn links) zeigt und erläutert der CDU-Delegation den Produktionsprozess. FOTO: frank saltenberger

Presseartikel der Taunuszeitung vom 19.08.21

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