Wehrheimer CDU regt Übernahme der Süwag an

15. September 2011 | Wolfgang Schreier

Entscheidungen des Energieriesen RWE haben mit der Kommunalpolitik im Usinger Land nichts zu tun?
Von wegen!

Von Stefanie Heil (Taunus Zeitung – ganzer Bericht hier >>)

Wehrheim. Die Energiepolitik ist wieder in den Blickpunkt geraten und wird allenthalben diskutiert. Das ist auch in Wehrheim nicht anders, wo wie berichtet die Idee einer energieautarken Kommune im Raum steht, die ihre Energie selbst produziert.

Aber was ist, wenn die Gemeinde nicht mal die Netze hat? Darüber hat sich die Wehrheimer CDU Gedanken gemacht und einen Antrag gestellt, der die Übernahme des Energieversorgers Süwag durch die Kommunen zum Ziel hat. Am Freitag, 23. September, steht er in der Sitzung der Gemeindevertretung auf der Tagesordnung, und am Montagabend stellten ihn die Christdemokraten bei einer Pressekonferenz vor.

Findet der Antrag der Union eine Mehrheit, soll der Gemeindevorstand mit dem Hochtaunuskreis und dessen Kommunen, vor allem im Usinger Land, Gespräche führen und ein Konzept entwickeln, wie die Süwag in die Hand der Kommunen gelangen kann. Die Eigenständigkeit des Unternehmens solle aber weitgehend erhalten bleiben.

Auch die Stadt Frankfurt könnte einbezogen werden, die wie berichtet schon Interesse an einer Übernahme geäußert hatte. Der Energieriese RWE, der 77,6 Prozent an der Süwag hält, will seinen Anteil offenbar verkaufen, um seinen Schuldenberg abzutragen.

Schwieriger Prozess

Dass eine Übernahme schwierig umzusetzen ist, weiß man in Wehrheim aus eigener Erfahrung: Wie mehrfach berichtet hatte die Gemeinde den Konzessionsvertrag mit der Süwag nicht mehr verlängert und stattdessen der Überlandwerk Groß-Gerau GmbH den Zuschlag erteilt. Doch diese konnte sich mit der Süwag bislang nicht über den Verkaufspreis einigen. Daran erinnerte CDU-Fraktionschef Christoff Jung bei der Pressekonferenz.

“Der Einfluss der Kommunen auf den Netzbetreiber muss sich aber vor allem im Hinblick auf einen gegebenenfalls anstehenden Wandel in der Energieversorgung, gerade im Hinblick auf alternative Energien, absolut verstärken”, heißt es in der Antragsbegründung der CDU. “Dies wäre mit der Übernahme der Süwag durch die Kommunen sehr gut gegeben.”

Der Union ist klar, dass der Kauf über Kredite finanziert werden müsste. Die notwendigen Investitionen ließen sich nach Ansicht der Union über Erträge refinanzieren, den Bürgern könnten Beteiligungen angeboten werden.

Und wie steht der Hochtaunuskreis, der laut dem jüngsten Beteiligungsbericht derzeit 0,926 Prozent an der Süwag hält, zu dem Thema? Hier gibt man sich noch zurückhaltend: Kreissprecherin Pamela Ruppert verwies darauf, dass RWE noch nicht verkündet habe, ob der Konzern überhaupt seine Süwag-Anteile verkaufen wolle. Sie ließ allerdings durchblicken, dass es – sollte das Thema aktuell werden – keinen Alleingang des Kreises, sondern allenfalls eine Gemeinschaftslösung geben werde. (she)

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