Union will sich auf ihre konservativen Wurzeln besinnen

29. Oktober 2011 | Wolfgang Schreier

 

Eines zog sich am Donnerstagabend durch die Jahreshauptversammlung der CDU wie ein roter Faden. Die Redner zeigten sich mit dem Kommunalwahlergebnis nicht zufrieden. Aber zwischen den Worten war auch herauszuhören, was der Basis wichtig ist: die konservativen Wurzeln der Partei.

Das Thema Energiewende sprach Fraktionsvorsitzender Christoff Jung an. Auch wenn er Windkraftanlagen aus ästhetischen Gründen noch immer hässlich findet, forderte er seine Parteifreunde auf, das Thema erneuerbare Energien nicht abzulehnen, sondern mitzugestalten.

Er nannte auch einen Punkt, der ihn immer noch ärgert: Der achte Sitz im Gemeindevorstand, den wie berichtet SPD, Grüne und FDP beschlossen hatten und den die FDP innehat. Mit den nun – außer dem Bürgermeister – drei CDU-Sitzen gegenüber zweien der Grünen, zweien der SPD und einem der FDP sei das Wahlergebnis verfälscht worden, meint Jung.

Der scheidende Vorsitzende Holger Wegmann sprach von einem engagierten Wahlkampf und den drei verlorenen Parlamentssitzen und gab der Reaktorkatastrophe von Fukushima einen Teil der Schuld daran, dass verstärkt die Grünen gewählt wurden. Er sieht wechselnde Mehrheiten jedoch auch als Chance, etwa weil über Parteigrenzen hinweg miteinander diskutiert werde.

Als Tagungsleiter führte CDU-Kreisvorsitzender Jürgen Banzer durch die dreistündige Versammlung, und er lobte die Ortsgruppe. “Die Wehrheimer wissen immer, worauf es ankommt.” Er forderte die Unterstützung für Amtsinhaber Ulrich Krebs (CDU) bei der Landratswahl im Januar.

Bürgermeister Gregor Sommer (CDU) sprach davon, dass es in der Wehrheimer Politik jetzt an der Zeit sei, sich Mehrheiten zu suchen. Keine leichte Aufgabe, wie er zugab, vor allem in Sachen Energiepolitik. Hier dürfe die CDU nicht hinterherhinken: “Wir müssen uns ernsthaft damit beschäftigen, dürfen unsere konservativen Wähler aber auch nicht verschrecken.”

Als Problem nannte er die Überschuldung der Kommunen. “Da ist auch der Gesetzgeber gefragt.” Es könne nicht sein, dass die Kommunen weiter belastet würden und zudem Abschreibungen den Haushalt mit mehr als einer Million Euro belasten.

Natürlich kamen auch die Junge Union in Person von Vorsitzendem Sebastian Sommer, die Senioren-Union mit Chef Alois Oehling und die CDU-Frauen mit ihrer Vorsitzenden Gudrun Paris zu Wort.

FNP (mai)

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